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Die SZ schrieb: Bayerns Fischerei + Gewässer schrieb:  
     

 

Artikel aus der SZ vom 12.02.97 (aufbereitet für das Internet)

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ALLES ÜBER FISCHE weiß der Ottobrunner Helmut Hantke. Er unterrichtet angehende Petrijünger in allem, was sie für die Fischerprüfung wissen müssen.                                                                                             Photo: Schunk

Der Unterricht beginnt mit"PetriHeil"  

Angehende Hobbyfischer müssen zunächst bei Helmut Hantke auf die Schulbank

Von Karl Rieck

Ottobrunn — Weit mehr als 10 000 Teilnehmer meldeten sich 1995 bayernweit zu Vorbereitungslehrgängen, auf die staatliche Fischerprüfung. Sie sehen eine Herausforderung darin, sich diese umfangreichen Kenntnisse anzueignen. Aber nur ein kleinerer Teil von ihnen geht später wirklich zum Fischen. Manche probieren es, lassen es aber bald wieder sein. Nur ein relativ kleiner harter Kern bleibt dabei und sieht künftig sein bevorzugtes Hobby an den Gewässern.

"Petri Heil" wünschen die Schulungsmannschaften vorab schon allen Teilnehmern an den Kursen, die seit etwa zehn Jahren bindend vorgeschrieben sind, wenn einer zur staatlichen Fischerprüfung zugelassen werden will. Helmut Hantke aus Ottobrunn gehört zu denen, die solche Schulungen abhalten dürfen. Er hat früher selbst bei Schulungen mitgearbeitet, sich viel Wissen angeeignet und eine Unmenge von Fachbüchern gelesen. Er wurde Gewässerwart, erwarb den Elektrofischereischein und hat dazu noch einen speziellen Schlachtkurs für Ausbilder besucht.

Helmut Hantke, vor 37 Jahren in Tittmoning geboren, lernte das Elektrikerhandwerk und arbeitet jetzt hauptberuflich als EDV- Benutzer- Service- Techniker. An die vielen Gewässer und Altwasserauen, die es in der Gegend von Tittmoning gibt, aber zog es ihn schon als kleinen Buben. Schon damals spielte die Überlegung eine Rolle, wie man die Tiere aus dem Wasser herausbringt: Schwarzfischen mit bloßen Händen, heißt das im Klartext. Später verebbte das Interesse etwas, bis er die Fischerei neu entdeckte und zu seinem Hobby erkor, dem fast so etwas wie Berufung zugrundeliegt.

Ein Vorbereitungskurs, wie Hantke ihn anbietet, umfaßt 43 Stunden, mit Vorführungen sogar 49 Stunden. 30 Stunden sind mindestens vorgeschrieben. Das können zum Beispiel sieben ganze Sonntage sein oder auch eine Reihe von Werktagabenden. Im Vergleich zur Fülle des Stoffs findet Helmut Hantke die zur Verfügung stehende Zeit eher knapp bemessen. Ein einzelner könne es sieh aber kaum leisten, den Stoff auf eine längere Zeit zu verteilen: ,,Die Bewerber melden sich immer dort an, wo es am schnellsten geht." Seiner Meinung nach müßte also eine bayernweite Regelung gefunden werden, nach der die Wissensvermittlung auf mehr Stunden verteilt werden kann: ,,Solche Kurse sollte man nicht im Schweinsgalopp durchlaufen müssen." Fischbiologie und spezielle Fischkunde, Pflege der Gewässer und Fanggeräte, Rechtliche Vorschriften und Schonzeiten, Artenschutz und Fischkrankheiten, Pflanzen und Ökosysteme, andere Tiere am Gewässer und nicht zuletzt Fischereipraxis und Fangmethoden stecken ein weites Feld ab.

Kritikern der Fischerei entgegnet Helmut Hantke, fischen sei immer eine Art des Nahrungserwerbs gewesen. Die Fischerei leiste aber auch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Naturschutz, sagt Hantke, und nennt als Beispiel die Bachforelle. Sie stehe auf der Roten Liste und sei regional vom Aussterben bedroht. Vielleicht wäre sie schon ausgestorben, meint er, wenn nicht Fischer den Bestand immer wieder erhalten würden.

Bayerns Fischerei + Gewässer Ausgabe 4/1998 (aufbereitet für das Internet)

Damit alles mit rechten Dingen zugeht:
Qualifikationslehrgänge für Ausbilder zur Fischerprüfung
Interessantes Neuland hat die Landesanstalt für Fischerei mit einem völlig neu konzipierten Qualifikationslehrgang für Schulungskräfte in Vorbereitungslehrgängen zur Fischerprüfung betreten.

Zwölf Ausbilder nahmen am 10. und 11 .09. 1998 an der Premiere teil. Aus der Oberpfalz vier, aus Oberbayern drei, aus Mittelfranken und Schwaben je zwei und aus Niederbayern einer. Alle haben die staatliche Qualifikation als Schulungskraft für das Fachgebiet Rechtsvorschriften erworben und die gesamte Prüfung bestanden. Ende Oktober fand bereits ein weiterer Lehrgang statt. Dezentrale Veranstaltungen dieser Art sind in Planung.

Das Lehrgangskonzept orientiert sich an den Vorgaben der Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz für Bayern. Den Schwerpunkt bilden Fragen der Methodik und der teilnehmerorientierten Lehrgangsgestaltung. Zum Abschluß des Kurses stellen sich die Teilnehmer einer schriftlichen Prüfung und legten eine 15minütige praktische Lehrprobe ab.

Die Prüfungsinhalte im Einzelnen:

Schriftlicher Test Fachwissen
- Es müssen 50 Testfragen aus dem Gebiet Rechtsvorschriften gelöst werden.

Praktisches Lehrbeispiel
- Aus zwei Themen kann jeder Teilnehmer eines auswählen und dieses im Rahmen einer zweistündigen Vorbereitungszeit für einen Unterrichtsabend aufbereiten. Aus diesem Unterrichtsabend führt er einen 15minütigen Ausschnitt vor, wobei die übrigen Lehrgangsteilnehmer in die Rolle der Schüler schlüpfen. Bewertungskriterien sind hier: Lehrgeschick, methodisch-didaktisches Geschick und die fachliche Richtigkeit.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß die Teilnehmer an den Lehrgängen gut bis sehr gut vorbereitet waren und daß sie die gebotenen Inhalte als bereichernd und wichtig empfanden. Die Prüfer waren mit den erbrachten Leistungen zufrieden. Landesanstalt, Referenten und Teilnehmer zeigten sich von der guten Lehrgangsatmosphäre begeistert und überzeugt davon, daß sich möglichst alle Ausbilder dieser Prüfung stellen sollten. E. Preuschl, Ausbilder i.A. des LFV

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Die ersten Ausbilder für das Fachgebiet Rechtsvorschriften (Bildausschnitt, vergrößert)